Ton

Der Tonmeister ist oft der stillste Mann am Drehort. Abseits der Hektik vor und hinter der Kamera sitzt er ruhig vor seinen verkabelten Aufnahmegeräten und lauscht mit geschlossenen Augen, aber hochkonzentriert, den Geräuschen aus seinem Kopfhörer. Denn er ist verantwortlich für den Primärton des Films. Dieser Originalton, der während der Dreharbeiten aufgenommen wird, bildet die Grundlage für jede weitere Tongestaltung des Films während der Nachbearbeitung. Dort ergänzt, verstärkt und mischt eine ganze Gruppe von Spezialisten den Primärton des Tonmeisters - vom Toncutter über den Synchroncutter, den Geräuschemacher und den speziellen Sound Designer bis hin zum Mischtonmeister, der am Ende in der Mischung all diese verschiedenen Tonquellen mit der Musik des Films zu einer eigenen Komposition vereint.

Als Lieferant des Rohstoffs für die gesamte Tonbearbeitung muss der Tonmeister darum jede Aufnahme in höchster Konzentration überwachen, um eine optimale Qualität der Aufzeichnung zu garantieren und dabei mögliche Fehler oder akustische Störquellen rechtzeitig zu entdecken, die die gesamte Aufnahme ruinieren könnten. Sei es das notorische Flugzeug, das ausgerechnet im Moment der Aufnahme aus der Ferne brummt, obwohl es noch gar nicht sichtbar ist, oder das Surren des mobilen Generators, wenn er zu nah am Drehort steht. Auf all diese akustischen Feinheiten, die oft erst im Moment der absoluten Stille unmittelbar vor der Aufnahme plötzlich hörbar werden, muss der Tonmeister ebenso achten wie auf die optimale Aufzeichnung der Dialoge der Schauspieler, während die Kamera läuft.

Bei der Aufzeichnung der Dialoge hilft ihm sein Tonassistent. Manchmal versteckt er vor dem Dreh winzige drahtlose Mikrofone in den Kostümen der Schauspieler. Meist schwenkt er jedoch ein Mikrofon an einer Tonangel, einem langen, ausziehbaren Stabstativ, synchron zur Abfolge der Dialoge über den Köpfen der Schauspieler hin und her. Dazu braucht er nicht nur ein gutes Timing, sondern ein ebenso gutes Augenmaß und vor allem starke Arme. Bei langen Einstellungen muss er nämlich oft minutenlang die Angel stemmen und dabei die Bewegungen der Schauspieler präzise und gleichzeitig unbemerkt verfolgen. Denn obwohl sein Mikrofon möglichst nah über den Köpfen der Schauspieler schweben soll, um die beste Tonqualität zu erzielen, darf es dabei niemals in den Bildausschnitt des Kameramanns geraten und damit seine Aufnahme zerstören. Darum begleitet der Tonassistent die Schauspieler meist schon bei ihrer Probe mit seiner Angel und stimmt sich vor jeder Aufnahme kurz mit dem Kameramann ab.

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