Filmgeschäftsführung
Jede Filmproduktion ist geschäftlich gesehen eine ungeheuer vielschichtige, aufwendige und minuziös in sich verzahnte Unternehmung, bei der im Verlauf weniger Monate von einer bis über hundert Millionen Euro über die ganze Welt verstreut investiert werden, um am Ende vier Gigabyte Daten oder viertausend Meter entwickeltes Zelluloid zu erhalten, belichtet mit dem nächsten Stoff, aus dem die Träume sind. Über jeden einzelnen Cent dieser millionenschweren Unternehmung wacht der Filmgeschäftsführer.
Der deutsche Ausdruck Filmgeschäftsführung ist auf den ersten Blick etwas verwirrend, suggeriert er doch die Tätigkeit des Produzenten, die Geschäfte seines Films zu führen. Der englische Titel Production Accountant beschreibt diese wichtige Funktion im Hintergrund der Filmherstellung präziser. Beide bezeichnen die buchhalterisch wie rechtlich korrekte Abwicklung all der vielen Einzelgeschäfte, Zahlungen und Kontobewegungen, die im Verlauf einer Filmproduktion anfallen. Der Filmgeschäftsführer ist der Kassenwart der gesamten Unternehmung, der Herrscher über alle Konten. Ohne seine ordnungsgemäße Anweisung oder Genehmigung geht keine Zahlung aus der Kasse und keine Überweisung vom Konto.
Die Phantasie der Produktionsdienstleister ist immer wieder erstaunlich groß, wenn es darum geht, Kostenpositionen zu erfinden, die sich der Dienstleister selbst einverleiben möchte - zum Beispiel eine Aktenaufbewahrungsgebühr, die einige zehntausend Dollar, vorausberechnet auf die nächsten zehn Jahre, ausmachen sollte. Auch stellen die Dienstleister gerne die Anmietungskosten der eigenen Büros in Rechnung, die dann sogar die tatsächlichen Mietkosten für den gesamten Bürobetrieb deutlich übersteigen. Darüber hinaus ist es durchaus nicht außergewöhnlich, wenn eine genaue Kontrolle des Benzinverbrauchs der Set-Fahrzeuge einen Durchschnittsverbrauch von deutlich über 60 Liter pro 100 Kilometern ergibt. Ob da wohl nicht einige „Gratisautos“ mitfahren?
Die Controllerin Eva Marie Neufahrt („Die wunderbare Welt der Amelie“, „Manta Manta“, „Knockin‘ on Heaven‘s Door“, „Fire, Ice and Dynamite“) erinnert sich in diesem Zusammenhang gerne an einen Auftrag, der sie nach Südafrika führte: „Ich wurde am Flughafen abgeholt von einer Stretch-Limousine mit Chauffeur - eine eher unübliche ‚Transportart‘ für einen Controller, der ja immerhin vor Ort überprüft, dass kein Geld verschwendet wird. Wir fuhren also sehr komfortabel los, und ich fragte den Fahrer, wie lange es denn zum Produktionsbüro dauern würde. Er erwiderte sichtlich erstaunt, er solle mich in ein gutes Hotel zum Frühstücken und Ausspannen fahren, mich also, das wurde mir sofort klar, mit allen Mitteln vom Produktionsbüro fernhalten. Aber nachdem ich diesen netten Versuch, mich zu beschäftigen, durchschaut hatte, blieb dem Team am Set nichts anderes übrig, als mir alle Transaktionen haarklein zu erklären. Überhaupt halten sich die Herstellungsleiter meist ziemlich bedeckt, wenn ein Controller auftaucht.
Der deutsche Ausdruck Filmgeschäftsführung ist auf den ersten Blick etwas verwirrend, suggeriert er doch die Tätigkeit des Produzenten, die Geschäfte seines Films zu führen. Der englische Titel Production Accountant beschreibt diese wichtige Funktion im Hintergrund der Filmherstellung präziser. Beide bezeichnen die buchhalterisch wie rechtlich korrekte Abwicklung all der vielen Einzelgeschäfte, Zahlungen und Kontobewegungen, die im Verlauf einer Filmproduktion anfallen. Der Filmgeschäftsführer ist der Kassenwart der gesamten Unternehmung, der Herrscher über alle Konten. Ohne seine ordnungsgemäße Anweisung oder Genehmigung geht keine Zahlung aus der Kasse und keine Überweisung vom Konto.
Die Phantasie der Produktionsdienstleister ist immer wieder erstaunlich groß, wenn es darum geht, Kostenpositionen zu erfinden, die sich der Dienstleister selbst einverleiben möchte - zum Beispiel eine Aktenaufbewahrungsgebühr, die einige zehntausend Dollar, vorausberechnet auf die nächsten zehn Jahre, ausmachen sollte. Auch stellen die Dienstleister gerne die Anmietungskosten der eigenen Büros in Rechnung, die dann sogar die tatsächlichen Mietkosten für den gesamten Bürobetrieb deutlich übersteigen. Darüber hinaus ist es durchaus nicht außergewöhnlich, wenn eine genaue Kontrolle des Benzinverbrauchs der Set-Fahrzeuge einen Durchschnittsverbrauch von deutlich über 60 Liter pro 100 Kilometern ergibt. Ob da wohl nicht einige „Gratisautos“ mitfahren?
Die Controllerin Eva Marie Neufahrt („Die wunderbare Welt der Amelie“, „Manta Manta“, „Knockin‘ on Heaven‘s Door“, „Fire, Ice and Dynamite“) erinnert sich in diesem Zusammenhang gerne an einen Auftrag, der sie nach Südafrika führte: „Ich wurde am Flughafen abgeholt von einer Stretch-Limousine mit Chauffeur - eine eher unübliche ‚Transportart‘ für einen Controller, der ja immerhin vor Ort überprüft, dass kein Geld verschwendet wird. Wir fuhren also sehr komfortabel los, und ich fragte den Fahrer, wie lange es denn zum Produktionsbüro dauern würde. Er erwiderte sichtlich erstaunt, er solle mich in ein gutes Hotel zum Frühstücken und Ausspannen fahren, mich also, das wurde mir sofort klar, mit allen Mitteln vom Produktionsbüro fernhalten. Aber nachdem ich diesen netten Versuch, mich zu beschäftigen, durchschaut hatte, blieb dem Team am Set nichts anderes übrig, als mir alle Transaktionen haarklein zu erklären. Überhaupt halten sich die Herstellungsleiter meist ziemlich bedeckt, wenn ein Controller auftaucht.


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