Schauspieler und Star-System in Hollywood - Teil 1
Mit der Entwicklung der Filmindustrie und durch einen simplen Marketing-Trick der Hollywood-Studios stieg der früher bis auf wenige Ausnahmen eher gesellschaftlich verpönte Berufsstand der Schauspieler plötzlich in nie geahnte Höhen auf. Die Werbespezialisten der Studios kreierten Anfang der 20er-Jahre den Slogan „More Stars than there are in Heaven“ und erhoben damit die Schauspieler zu leuchtenden Sternen am Firmament ihrer künstlichen und zunehmend weltumspannenden Traumwelt Film, der neuen Gegenwelt zur oftmals bitteren Realität des 20. Jahrhunderts. Rudolph Valentino, einer der ersten Stummfilm-Stars im Hollywood der 20er-Jahre, verzaubert durch seine androgyne Erotik die Herzen seiner weiblichen Fans so sehr, dass einige Frauen aus Verzweiflung über seinen plötzlichen Tod sogar Selbstmord begehen, um ihrem geliebten Idol in die ewige Traumwelt nachzufolgen.
Die Schauspieler werden zu den neuen Göttinnen und Göttern nicht nur des Kinos, sondern zunehmend auch des alltäglichen Lebens. Sie avancieren zu Vorbildern und Symbolfiguren ganzer Generationen, ob Marlene Dietrich, Jean Gabin, Katharine Hepburn und Spencer Tracy, Fred Astaire und Gin-ger Rogers, Kirk Douglas oder John Wayne in den 30er- und 40er-Jahren, Elizabeth Taylor, James Dean, Marilyn Monroe oder Marlon Brando in den 50er- und 60er-Jahren, bis hin zu den Stars der Gegenwart wie Julia Roberts, Cameron Diaz, Angelina Jolie, Will Smith, Brad Pitt, Leonardo di Caprio oder Colin Farell. Sie sind heute neben den Musikstars die neuen Heldinnen und Helden der Träume ihrer Zuschauer, die neue Inkarnation des Zeitgeistes für die nächste Generation.
Mit der Erfindung dieses neuen Starkultes etablieren die Hollywood-Studios in den modernen Medien des 20. Jahrhunderts eine Art demokratisch-kapitalistische Neuauflage des Aschenputtel-Traums von der Teilhabe des einfachen Menschen am Tisch der Könige und der Reichen. Den erfüllen die neu geborenen Filmstars von nun an stellvertretend für ihr Publikum auf der ganzen Welt. In der Folge führt dies zu einer weltweiten Industrie von Gazetten, Klatschmagazinen und Prominentenreportagen, mit deren Hilfe die Zuschauer am Leben ihrer Film- und Fernsehstars teilhaben dürfen.
Bis in die 60er-Jahre hinein sind die Schauspieler jedoch trotz ihrer enormen Popularität noch Angestellte der Studios, mit langjährigen Verträgen, die das Leben der Stars bis in ihre privaten Alltagsgewohnheiten hinein reglementieren. Die übermächtigen Bosse und Produzenten der Studios betrachten sie gleichsam als ihr Eigentum und leihen sie nach Bedarf an andere Studios aus. Durch die wachsende Beliebtheit des Fernsehens Anfang der 60er-Jahre und den dadurch ausbleibenden Kinozuschauern gerät das Studiosystem jedoch zunehmend in die Krise. Mit dem Aufkommen des Independent Films, einer von den Studios unabhängigen Filmindustrie freier Produzenten zu Beginn der 70er-Jahre, gelingt es den Schauspielern schließlich, sich mit Hilfe ihrer Agenten aus dem Klammergriff der Studios zu lösen.
Denn die drei großen Agenturen Hollywoods, CAA (Creative Artists Agency), ICM (International Creative Management) und die William Morris Agency, vertreten mittlerweile fast die gesamten künstlerischen Spitzenkräfte aus Film, Musik und Fernsehen - vom Autor, Regisseur und Schauspieler bis hin zum Kostümbildner und dem Komponisten der Filmmusik. Dadurch können sie den Markt und seine Preise zunehmend beeinflussen. Im Verlauf der 80er- und 90er-Jahre mausern sie sich sogar zu den Hauptdrahtziehern hinter den Kulissen des Hollywood-Geschäfts. Die Agenten nutzen den Wettkampf zwischen Studios und Independents um ihre Klienten und schrauben deren Gagen und Anforderungen in immer neue, bisweilen unvorstellbare Höhen. Innerhalb weniger Jahre klettern die Gagen für Schauspieler auf zweistellige Millionenbeträge, die der Regisseure und Drehbuchautoren auf immerhin einstellige. Geschickt inszenieren die Agenten den Wettkampf in der gesamten Branche zu einem Wettstreit um die höchsten Preise - nach dem Motto: Wer am meisten bezahlen kann, ist der größte Player.
Im Zusammenspiel mit den Independents, die durch ihre überhöhten Gagenzahlungen den Studios immer mehr Stars, Regisseure und Autoren wegkaufen, haben die Agenturen damit zunächst auch Erfolg. Geschmückt mit den Erfolg versprechenden Namen dieser Stars verkaufen die Independents ihre Filme vorweg zu Studiopreisen ins Ausland und erzielen damit bisweilen bereits bis zu 100 Prozent ihrer Produktionskosten. Damit übernehmen sie selbst den größten Teil der Finanzierung und verkaufen den Studios lediglich die amerikanischen Vertriebsrechte an ihren Filmen. Die Vormacht der Studios reduziert sich dadurch im Verlauf der 90er-Jahre mehr auf ihre Vertriebs- und Marketingfähigkeiten. Die Studios selbst konzentrieren sich auf die Produktion immer weniger und kostspieligerer Highlights, auf weltweite Repräsentationsprojekte wie „Jurassic Park“, „Titanic“ oder „Troja“, bei denen sie ihre gesamte weltumspannende wie multimediale Vorherrschaft zum Einsatz bringen können.
So produziert heute Warner Brothers nur noch den kleineren Teil der von ihnen vermarkteten Filme - das sind jährlich etwa 25 bis 35 Movies - selbst . Der Rest der vermarkteten Produktionen sind Filme, die erfolgreiche Produzenten und Regisseure liefern und die dann über das weltweit fest etablierte und installierte Studiosystem vermarktet werden.
Die Schauspieler werden zu den neuen Göttinnen und Göttern nicht nur des Kinos, sondern zunehmend auch des alltäglichen Lebens. Sie avancieren zu Vorbildern und Symbolfiguren ganzer Generationen, ob Marlene Dietrich, Jean Gabin, Katharine Hepburn und Spencer Tracy, Fred Astaire und Gin-ger Rogers, Kirk Douglas oder John Wayne in den 30er- und 40er-Jahren, Elizabeth Taylor, James Dean, Marilyn Monroe oder Marlon Brando in den 50er- und 60er-Jahren, bis hin zu den Stars der Gegenwart wie Julia Roberts, Cameron Diaz, Angelina Jolie, Will Smith, Brad Pitt, Leonardo di Caprio oder Colin Farell. Sie sind heute neben den Musikstars die neuen Heldinnen und Helden der Träume ihrer Zuschauer, die neue Inkarnation des Zeitgeistes für die nächste Generation.
Mit der Erfindung dieses neuen Starkultes etablieren die Hollywood-Studios in den modernen Medien des 20. Jahrhunderts eine Art demokratisch-kapitalistische Neuauflage des Aschenputtel-Traums von der Teilhabe des einfachen Menschen am Tisch der Könige und der Reichen. Den erfüllen die neu geborenen Filmstars von nun an stellvertretend für ihr Publikum auf der ganzen Welt. In der Folge führt dies zu einer weltweiten Industrie von Gazetten, Klatschmagazinen und Prominentenreportagen, mit deren Hilfe die Zuschauer am Leben ihrer Film- und Fernsehstars teilhaben dürfen.
Bis in die 60er-Jahre hinein sind die Schauspieler jedoch trotz ihrer enormen Popularität noch Angestellte der Studios, mit langjährigen Verträgen, die das Leben der Stars bis in ihre privaten Alltagsgewohnheiten hinein reglementieren. Die übermächtigen Bosse und Produzenten der Studios betrachten sie gleichsam als ihr Eigentum und leihen sie nach Bedarf an andere Studios aus. Durch die wachsende Beliebtheit des Fernsehens Anfang der 60er-Jahre und den dadurch ausbleibenden Kinozuschauern gerät das Studiosystem jedoch zunehmend in die Krise. Mit dem Aufkommen des Independent Films, einer von den Studios unabhängigen Filmindustrie freier Produzenten zu Beginn der 70er-Jahre, gelingt es den Schauspielern schließlich, sich mit Hilfe ihrer Agenten aus dem Klammergriff der Studios zu lösen.
Denn die drei großen Agenturen Hollywoods, CAA (Creative Artists Agency), ICM (International Creative Management) und die William Morris Agency, vertreten mittlerweile fast die gesamten künstlerischen Spitzenkräfte aus Film, Musik und Fernsehen - vom Autor, Regisseur und Schauspieler bis hin zum Kostümbildner und dem Komponisten der Filmmusik. Dadurch können sie den Markt und seine Preise zunehmend beeinflussen. Im Verlauf der 80er- und 90er-Jahre mausern sie sich sogar zu den Hauptdrahtziehern hinter den Kulissen des Hollywood-Geschäfts. Die Agenten nutzen den Wettkampf zwischen Studios und Independents um ihre Klienten und schrauben deren Gagen und Anforderungen in immer neue, bisweilen unvorstellbare Höhen. Innerhalb weniger Jahre klettern die Gagen für Schauspieler auf zweistellige Millionenbeträge, die der Regisseure und Drehbuchautoren auf immerhin einstellige. Geschickt inszenieren die Agenten den Wettkampf in der gesamten Branche zu einem Wettstreit um die höchsten Preise - nach dem Motto: Wer am meisten bezahlen kann, ist der größte Player.
Im Zusammenspiel mit den Independents, die durch ihre überhöhten Gagenzahlungen den Studios immer mehr Stars, Regisseure und Autoren wegkaufen, haben die Agenturen damit zunächst auch Erfolg. Geschmückt mit den Erfolg versprechenden Namen dieser Stars verkaufen die Independents ihre Filme vorweg zu Studiopreisen ins Ausland und erzielen damit bisweilen bereits bis zu 100 Prozent ihrer Produktionskosten. Damit übernehmen sie selbst den größten Teil der Finanzierung und verkaufen den Studios lediglich die amerikanischen Vertriebsrechte an ihren Filmen. Die Vormacht der Studios reduziert sich dadurch im Verlauf der 90er-Jahre mehr auf ihre Vertriebs- und Marketingfähigkeiten. Die Studios selbst konzentrieren sich auf die Produktion immer weniger und kostspieligerer Highlights, auf weltweite Repräsentationsprojekte wie „Jurassic Park“, „Titanic“ oder „Troja“, bei denen sie ihre gesamte weltumspannende wie multimediale Vorherrschaft zum Einsatz bringen können.
So produziert heute Warner Brothers nur noch den kleineren Teil der von ihnen vermarkteten Filme - das sind jährlich etwa 25 bis 35 Movies - selbst . Der Rest der vermarkteten Produktionen sind Filme, die erfolgreiche Produzenten und Regisseure liefern und die dann über das weltweit fest etablierte und installierte Studiosystem vermarktet werden.


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