Regisseur - Teil 2

Es gibt die Meister der Komödie wie Chris Columbus, den Regisseur von „Kevin allein zu Haus“, „Mrs. Doubtfire“ und der Reihe „Harry Potter“ oder Blake Edwards mit seinen Erfolgsfilmen „Frühstück bei Tiffany“, „Der rosarote Panther“, „Victor, Victoria“ und „10 - Die Traumfrau“.
Blake Edwards hat sich übrigens vor sehr langer Zeit auf sehr interessante Art und Weise das Trinken abgewöhnt: Wenn es ihn in seinem italienischen Lieblingsrestaurant „Toscana“ im Stadtteil Brentwood in Los Angeles einmal wieder nach Rotwein gelüstet, lässt er sich vom Kellner einen guten Tropfen empfehlen, bestellt ein Glas Rotwein und stellt es vor sich auf den Tisch. Dann ruft er seinen Lieblingsober, der den Wein probieren und Blake anschließend das Aroma des edlen Tropfens beschreiben muss. Ist der Wein gut, muss/darf der Ober das Glas an Blakes Tisch austrinken. So genießt der Großmeister der Komödie alkoholfrei seinen Wein.Neben diesen Genre-Koriphäen gibt es aber auch immer wieder junge Regietalente, die mit ihren Filmen neue Trends und Maßstäbe setzen und damit die Filmkunst stetig weiterentwickeln, etwa Quentin Tarantino mit seinem Kultfilm „Pulp Fiction“, „Kill Bill 1 und 2“ oder der deutsche Regisseur Tom Tykwer mit seinem Überraschungserfolg „Lola rennt“, der besonders in Amerika neue Maßstäbe in der Erzähltechnik eines Films gesetzt hat. Um neue Avantgardetalente auf-zuspüren und an sich zu binden, besitzen die Filmstudios schon lange eigene Firmen wie Sony Pictures Classics, Fox Searchlight oder Miramax Films, eine der erfolgreichsten unabhängigen Filmgesellschaften, die Anfang der 90er-Jahre von den Walt Disney Studios gekauft wurde, Disney zur Zeit allerdings etwas Kopfschmerzen bereitet, da Miramax im Moment auseinander zu fallen scheint: Die Gründer von Miramax, die Brüder Bob und Harvey Weinstein, planen das Unternehmen zu verlassen, um andere Aktivitäten zu entfalten. Der Vertriebsvorstand Rick Sands soll Chef von DreamWorks werden, das wohl aufgeteilt wird in einen Animationsteil, der an die Börse gebracht, und einen “Real-Life”-Teil, der weiter ausgebaut wird.

Darum wählt ein Produzent heutzutage mit seinem Regisseur meist neben dessen Inszenierungsstil und Arbeitsweise gleichzeitig einen Stab von Personen und Konstellationen, die ihm unter Umständen die Finanzierung seines Films wesentlich erleichtern können. Nicht selten garantiert der Name eines renommierten oder gerade besonders angesagten Regisseurs dem Produzenten einen Abnehmer bei den Studios, die darauf brennen, dessen neuen Film zu finanzieren oder zu verleihen.

Die großen Stars haben in der Regel ein Recht, den Regisseur abzulehnen, wenn sie ihn nicht für geeignet halten oder mit ihm einfach nicht arbeiten wollen.
Die Gage eines Regisseurs ist ähnlich wie bei den Autoren und den Schauspielern eine Frage seines Marktwertes. Auch hier gibt es in den meisten Ländern tariflich garantierte Mindestsummen zwischen 50.000 und 100.000 Euro, aber die Gagenverhandlung richtet sich bei jedem Film neben der Höhe des Budgets insbesondere nach der Qualität und dem Ansehen des Regisseurs aufgrund seiner bisherigen Arbeit. Grundsätzlich steigert sich mit jedem künstlerischen wie kommerziellen Erfolg seine Gage, bei außergewöhnlichen Erfolgen kann sie sich sogar von einem Film zum nächsten vervielfachen. Die Riege der kommerziellen Top-Regisseure, deren Filme allein im amerikanischen Kino über 100 Millionen Dollar eingespielt haben, nennt man in der Branche scherzhaft „The 100 Mio. Dollars Club“. Deren Regiegagen liegen in der Regel im Millionenbereich (zwei bis zehn), inklusive einer Gewinnbeteiligung von manchmal 5 bis über 10 Prozent am Bruttoeinspielergebnis des Films. Und diese Gewinnbeteiligung beläuft sich bei einem erfolgreichen Film in der Regel auf ein Vielfaches der vereinbarten Festgage.

Wichtiger als der Regisseur sind jedoch für das Publikum und damit für den kommerziellen Erfolg eines Films die Namen der Stars, die darin mitspielen. Sie leuchten wie Sternschnuppen aus der Traumwelt Film von immer neuen Filmplakaten und locken damit die Zuschauer in die Kinos.

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