Weltvertrieb
Ein weiterer Finanzierungs- und Absatzmarkt für den Produzenten sind die so genannten Foreign Sales, die Auslandsverkäufe seines Films in die ganze Welt. Hierfür beauftragt er in der Regel einen darauf spezialisierten Weltvertrieb, der die einzelnen Verwertungsrechte seines Films durch Vorverkäufe in einem Gesamtpaket an jedes Land verkauft. So kann der jeweilige nationale Partner die Verwertung des Films in allen Medien seines Landes kontrollieren und gestalten.
Große Studios wie Warner und Sony (oder Constantin in Deutschland) bringen ihre Filme selbst heraus, tragen dabei alle Werbekosten und treten damit sowohl in der Funktion eines Vertriebs als auch eines Verleihs auf dem Markt auf. Der Weltvertrieb betreut mit seinen Mitarbeitern die verschiedenen Länder über Jahre hinweg und weiß wegen seiner Präsenz auf allen wichtigen Filmmessen dieser Welt, wie viel er für einen Film im jeweiligen Land erzielen kann. Oft hat er sogar bereits feste Abnahmeverträge - so genannte Output Deals - mit Partnern in einigen Ländern abgeschlossen.
Diese Output Deals zugunsten der US-Studios und zulasten von Leo Kirch waren mit ein Grund für den rasanten Abstieg des früheren deutschen Medientycoons.
Um für die Fernsehsender immer gute und genügend Filme zu haben, wurden Output Deals vereinbart, die Kirch immer ausreichend Ware zu festen Abnahmepreisen sichern sollten. Als allerdings der Markt und damit auch die Preise nach unten gingen, erwiesen sich diese Deals als wirtschaftlich nicht mehr finanzierbar. Sowohl bei der Auffanggesellschaft von Kirch wie auch weltweit bei allen Fernsehsendern wurden diese Output Deals unter massiven Rechtsstreiten entweder unter neuen, günstigeren Bedingungen fixiert oder gänzlich beendet.
Der Weltvertrieb erstellt anhand seiner Erfahrungswerte und konkreter Vorverkäufe eine Erlösprognose für den Film, die so genannten Sales Estimates. Darin verzeichnet er aufgrund der laufenden Erfahrungen mit den Einkäufern der Sender und der Länder alle wichtigsten Länder mit ihrer Preisspanne zwischen dem „Asking Price“, den er dort für seinen Film verlangen wird, und dem „Accepting Price“, einer Art Minimumgarantie, unter der er den Film nicht verkaufen will. Innerhalb dieser beiden Werte bewegt sich bei renommierten Vertriebsunternehmen normalerweise die weltweite Erlössumme des Films auf der Basis von Garantiezahlungen, die jedes Land beim Erhalt des Films vorab leistet.
Im Rahmen dieser Erstverwertung erhält jedes Land die nationalen Verwertungsrechte an dem Film für eine gewisse Zeitspanne, die in den letzten Jahren immer kleiner geworden ist. Konnte früher ein nationaler Partner die Rechte noch für 25 Jahre und länger erwerben, so beschränkt sich dieser Zeitraum zunehmend auf die verschiedenen Zyklen der Verwertung eines Films. Hier unterscheidet man die Phase der Erstverwertung, während der ein Film im Zeitraum von zwei bis drei Jahren in allen Medien - vom Kino bis zum Lokalfernsehen - ausgewertet wird. Danach startet die Phase der Zweitverwertung, in der ein Film noch einmal in allen Medien - außer im Kino - weltweit verkauft oder die Verträge dementsprechend verlängert werden.
Der Weltvertrieb versucht durch die Vorverkäufe, die ihm und dadurch gegebenenfalls auch dem Produzenten eine Mindestzahlung garantieren, sofort das Risiko zu reduzieren, das er durch die selbst gegebene Minimumgarantie trägt. Man kann also die Vorverkäufe im weitesten Sinne als Rückfinanzierung des Weltvertriebs oder auch als Risikostreuung verstehen. Wie der Filmverleih,60so erhält auch der Weltvertrieb ein prozentuale Beteiligung an seinen erzielten Erlösen sowie eine zuvor vereinbarte Aufwandspauschale in Höhe von 100.000 bis 500.000 Dollar für seine Vertriebs- und Werbekosten auf den zahlreichen Messen.
Die prozentuale Beteiligung richtet sich danach, ob der Weltvertrieb auf seine Erlösprognose vorab auch eine Garantiezahlung leistet. Diese „Minimum Guaranties“ geben in der Regel jedoch nur die großen Weltvertriebe und die Studios. Deren Provision liegt dann im Falle einer Garantiezahlung bei 25 bis 35 Prozent, ansonsten liegt sie bei 15 Prozent der erzielten Erlöse. Die kleineren Weltvertriebe erhalten ohne Garantiezahlung eine Beteiligung von 7,5 bis 15 Prozent, je nach Verhandlungsgeschick des Produzenten und Qualität des Projekts. Darüber hinaus ist es üblich - auch, um den Weltvertrieb zu motivieren -, dass dieser ab einer gewissen Höhe der Gewinne an diesen profitiert.
Nach den Erfahrungswerten des Marktes erzielt ein Film im Schnitt die Hälfte seiner Erlöse in den USA und die übrigen 50 Prozent durch den Verkauf der Rechte in die ganze Welt. Dieses Verhältnis verschiebt sich je nach Marktlage manchmal auf 40 zu 60 Prozent in die eine oder andere Richtung, bleibt aber im Wesentlichen seit Jahren konstant in diesem Bereich. Darum braucht jeder Produzent für seinen Film neben einem amerikanischen Verleiher vor allem auch einen guten Weltvertrieb.
Große Studios wie Warner und Sony (oder Constantin in Deutschland) bringen ihre Filme selbst heraus, tragen dabei alle Werbekosten und treten damit sowohl in der Funktion eines Vertriebs als auch eines Verleihs auf dem Markt auf. Der Weltvertrieb betreut mit seinen Mitarbeitern die verschiedenen Länder über Jahre hinweg und weiß wegen seiner Präsenz auf allen wichtigen Filmmessen dieser Welt, wie viel er für einen Film im jeweiligen Land erzielen kann. Oft hat er sogar bereits feste Abnahmeverträge - so genannte Output Deals - mit Partnern in einigen Ländern abgeschlossen.
Diese Output Deals zugunsten der US-Studios und zulasten von Leo Kirch waren mit ein Grund für den rasanten Abstieg des früheren deutschen Medientycoons.
Um für die Fernsehsender immer gute und genügend Filme zu haben, wurden Output Deals vereinbart, die Kirch immer ausreichend Ware zu festen Abnahmepreisen sichern sollten. Als allerdings der Markt und damit auch die Preise nach unten gingen, erwiesen sich diese Deals als wirtschaftlich nicht mehr finanzierbar. Sowohl bei der Auffanggesellschaft von Kirch wie auch weltweit bei allen Fernsehsendern wurden diese Output Deals unter massiven Rechtsstreiten entweder unter neuen, günstigeren Bedingungen fixiert oder gänzlich beendet.
Der Weltvertrieb erstellt anhand seiner Erfahrungswerte und konkreter Vorverkäufe eine Erlösprognose für den Film, die so genannten Sales Estimates. Darin verzeichnet er aufgrund der laufenden Erfahrungen mit den Einkäufern der Sender und der Länder alle wichtigsten Länder mit ihrer Preisspanne zwischen dem „Asking Price“, den er dort für seinen Film verlangen wird, und dem „Accepting Price“, einer Art Minimumgarantie, unter der er den Film nicht verkaufen will. Innerhalb dieser beiden Werte bewegt sich bei renommierten Vertriebsunternehmen normalerweise die weltweite Erlössumme des Films auf der Basis von Garantiezahlungen, die jedes Land beim Erhalt des Films vorab leistet.
Im Rahmen dieser Erstverwertung erhält jedes Land die nationalen Verwertungsrechte an dem Film für eine gewisse Zeitspanne, die in den letzten Jahren immer kleiner geworden ist. Konnte früher ein nationaler Partner die Rechte noch für 25 Jahre und länger erwerben, so beschränkt sich dieser Zeitraum zunehmend auf die verschiedenen Zyklen der Verwertung eines Films. Hier unterscheidet man die Phase der Erstverwertung, während der ein Film im Zeitraum von zwei bis drei Jahren in allen Medien - vom Kino bis zum Lokalfernsehen - ausgewertet wird. Danach startet die Phase der Zweitverwertung, in der ein Film noch einmal in allen Medien - außer im Kino - weltweit verkauft oder die Verträge dementsprechend verlängert werden.
Der Weltvertrieb versucht durch die Vorverkäufe, die ihm und dadurch gegebenenfalls auch dem Produzenten eine Mindestzahlung garantieren, sofort das Risiko zu reduzieren, das er durch die selbst gegebene Minimumgarantie trägt. Man kann also die Vorverkäufe im weitesten Sinne als Rückfinanzierung des Weltvertriebs oder auch als Risikostreuung verstehen. Wie der Filmverleih,60so erhält auch der Weltvertrieb ein prozentuale Beteiligung an seinen erzielten Erlösen sowie eine zuvor vereinbarte Aufwandspauschale in Höhe von 100.000 bis 500.000 Dollar für seine Vertriebs- und Werbekosten auf den zahlreichen Messen.
Die prozentuale Beteiligung richtet sich danach, ob der Weltvertrieb auf seine Erlösprognose vorab auch eine Garantiezahlung leistet. Diese „Minimum Guaranties“ geben in der Regel jedoch nur die großen Weltvertriebe und die Studios. Deren Provision liegt dann im Falle einer Garantiezahlung bei 25 bis 35 Prozent, ansonsten liegt sie bei 15 Prozent der erzielten Erlöse. Die kleineren Weltvertriebe erhalten ohne Garantiezahlung eine Beteiligung von 7,5 bis 15 Prozent, je nach Verhandlungsgeschick des Produzenten und Qualität des Projekts. Darüber hinaus ist es üblich - auch, um den Weltvertrieb zu motivieren -, dass dieser ab einer gewissen Höhe der Gewinne an diesen profitiert.
Nach den Erfahrungswerten des Marktes erzielt ein Film im Schnitt die Hälfte seiner Erlöse in den USA und die übrigen 50 Prozent durch den Verkauf der Rechte in die ganze Welt. Dieses Verhältnis verschiebt sich je nach Marktlage manchmal auf 40 zu 60 Prozent in die eine oder andere Richtung, bleibt aber im Wesentlichen seit Jahren konstant in diesem Bereich. Darum braucht jeder Produzent für seinen Film neben einem amerikanischen Verleiher vor allem auch einen guten Weltvertrieb.


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