Die Banken Teil 2
Für viele dieser Filmfirmen entwickelte sich jedoch das Geschenk einer üppigen Finanzausstattung bei gleichzeitiger Einführung ihres Unternehmens auf das internationale Finanz- und Börsenparkett zu einer gefährlichen Versuchung. Im Rausch des vielen Geldes und getrieben von der ständigen Erfolgserwartung der Anleger und Wirtschaftsanalysten begannen sie zunehmend, die Gesetze der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen, insbesondere den ehernen Grundsatz des Kaufmanns: „Im Einkauf liegt der Gewinn.“ Stattdessen überboten sie sich gegenseitig in einem gnadenlosen Preiswettkampf zur Vergrößerung ihrer Marktanteile. Dies führte in kürzester Zeit zu abenteuerlichen Preissteigerungen von bis zu 300 Prozent, sei es für amerikanische Spielfilmpakete oder auch die Vermarktungsrechte an lukrativen Sportereignissen wie der Formel Eins, den Olympischen Spielen und den Fußballmeisterschaften. Wo vor der Überhitzungsphase als deutscher Kostenanteil
an einem international verwertbaren Spielfilm etwa 8 bis 10 Prozent der Produktionskosten üblich waren, stieg dieser Satz auf bis zu 15 Prozent, in Ausnahmefällen sogar auf 20 Prozent der Produktionskosten - ein Satz, der in keiner Relation mehr zur Wirtschaftlichkeit stand und nicht mehr hereinverdient werden konnte. Am Ende dieser Phase der Überhitzung und übertriebener Euphorie der neuen Medien und des Neuen Marktes stand für viele Firmen die Insolvenz.
Die Folgen dieser Krise sind für Banken wie Medienunternehmer eine neue Herausforderung und Gelegenheit zur Stabilisierung dieses zukunftsbestimmenden Marktes. Dabei geht es vor allem darum, das Film- und Mediengeschäft durch die Entwicklung flexiblerer und damit dem sich stetig wandelnden Markt entsprechenderer Finanzierungsmodelle zu konsolidieren. Diese Finanzierungsmodelle sollten, nunmehr mit besserer Kenntnis der spezifischen Gesetzmäßigkeiten des Geschäftsfeldes Film und Medien, zu einer finanziell immer sichereren wie auch in der Durchführung immer pragmatischeren Zusammenarbeit der Finanzwelt mit der Medienwelt führen. Ein guter Ansatzpunkt hierfür sind die im nächsten Kapitel beschriebenen, unternehmerisch tätigen Medienfonds, die oftmals auch von Banken vertrieben werden.
Die Banken selbst stellen gegenwärtig nur noch in den seltensten Fällen die Gesamtfinanzierung für ein Filmprojekt zur Verfügung. Wo dies noch geschieht, teilen sich oftmals mehrere Banken die Finanzierung einzelner Großprojekte untereinander auf und verringern dadurch zusätzlich ihr Risiko. Meist beteiligen sie sich jedoch erst bei einem bereits größtenteils finanzierten Projekt im Rahmen einer so genannten Gap-Finanzierung, also wenn bei der Finanzierung eines Films eine Lücke (Gap) aufgetreten ist, und übernehmen in der Regel eine Restfinanzierung von 10 bis 30 Prozent des Filmbudgets. In beiden Fällen verlangen sie hierfür neben teuren Zinsen hohe Gebühren von 2 bis zu 10 Prozent, sowie umfangreiche Sicherheitsleistungen. Darum eignen sich Banken heute vorrangig zur Finanzierung der „Sure Shots“ unter den Filmprojekten, die aufgrund des Erfolges ihrer Romanvorlage oder des hohen Vorverkaufswertes durch eine Starbesetzung bereits im Vorfeld der Produktion als sichere Treffer in der Gunst des Publikums an der Kinokasse verbucht werden können.
an einem international verwertbaren Spielfilm etwa 8 bis 10 Prozent der Produktionskosten üblich waren, stieg dieser Satz auf bis zu 15 Prozent, in Ausnahmefällen sogar auf 20 Prozent der Produktionskosten - ein Satz, der in keiner Relation mehr zur Wirtschaftlichkeit stand und nicht mehr hereinverdient werden konnte. Am Ende dieser Phase der Überhitzung und übertriebener Euphorie der neuen Medien und des Neuen Marktes stand für viele Firmen die Insolvenz.
Die Folgen dieser Krise sind für Banken wie Medienunternehmer eine neue Herausforderung und Gelegenheit zur Stabilisierung dieses zukunftsbestimmenden Marktes. Dabei geht es vor allem darum, das Film- und Mediengeschäft durch die Entwicklung flexiblerer und damit dem sich stetig wandelnden Markt entsprechenderer Finanzierungsmodelle zu konsolidieren. Diese Finanzierungsmodelle sollten, nunmehr mit besserer Kenntnis der spezifischen Gesetzmäßigkeiten des Geschäftsfeldes Film und Medien, zu einer finanziell immer sichereren wie auch in der Durchführung immer pragmatischeren Zusammenarbeit der Finanzwelt mit der Medienwelt führen. Ein guter Ansatzpunkt hierfür sind die im nächsten Kapitel beschriebenen, unternehmerisch tätigen Medienfonds, die oftmals auch von Banken vertrieben werden.
Die Banken selbst stellen gegenwärtig nur noch in den seltensten Fällen die Gesamtfinanzierung für ein Filmprojekt zur Verfügung. Wo dies noch geschieht, teilen sich oftmals mehrere Banken die Finanzierung einzelner Großprojekte untereinander auf und verringern dadurch zusätzlich ihr Risiko. Meist beteiligen sie sich jedoch erst bei einem bereits größtenteils finanzierten Projekt im Rahmen einer so genannten Gap-Finanzierung, also wenn bei der Finanzierung eines Films eine Lücke (Gap) aufgetreten ist, und übernehmen in der Regel eine Restfinanzierung von 10 bis 30 Prozent des Filmbudgets. In beiden Fällen verlangen sie hierfür neben teuren Zinsen hohe Gebühren von 2 bis zu 10 Prozent, sowie umfangreiche Sicherheitsleistungen. Darum eignen sich Banken heute vorrangig zur Finanzierung der „Sure Shots“ unter den Filmprojekten, die aufgrund des Erfolges ihrer Romanvorlage oder des hohen Vorverkaufswertes durch eine Starbesetzung bereits im Vorfeld der Produktion als sichere Treffer in der Gunst des Publikums an der Kinokasse verbucht werden können.


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