Bausteine einer Filmfinanzierung

Jeder Film ist in seinem Finanzierungsaufbau verschieden, aber alle verfügen über dieselben Bausteine: Sie sind eine Eigen- oder Auftragsproduktion, haben oft eine Bank, einen Medienfond oder Koproduktionspartner zur Unterstützung der Finanzierung und benötigen einen Filmverleih sowie einen Weltvertrieb für die kommerzielle Auswertung. Im geeigneten Falle begleitet sie bereits ein paralleles Marketingkonzept zur Einbindung von Licensing- und Merchandisingpartnern.

Um das finanzielle Risiko seines Films zu minimieren und die Finanzierung überhaupt durchführen zu können, sichert der Produzent sein Projekt bereits im Vorfeld durch Vorverkäufe, Koproduktionen und Vertriebsverträge ab, die ihm einen Rückfluss der Investition und eine möglichst einträgliche Gewinnbeteiligung garantieren. Dabei verkauft er - meist zeitlich begrenzt - die Verwertungsrechte seines Films an die verschiedenen Medien in möglichst viele Länder weltweit. Der wichtigste, da lukrativste Markt der USA bietet die umfangreichste Verwertungskette für einen Film. Neben Kino, Video und dem stetig anwachsenden DVD-Markt gibt es dort allein sechs verschiedene Segmente des Fernsehens, die in geregelter Abfolge hintereinander den Film ausstrahlen und dafür bezahlen: von Pay per View über Pay-TV, Cable TV und Free TV bis hin zum regionalen Fernsehmarkt des Syndication TV und dem Satellitenfernsehen, das sich jeder individuelle Konsument durch den Kauf einer Empfangsschüssel nach Hause holen kann.

Gerade auch der Fernsehsender CBS, der zum US-Medienunternehmen Viacom gehört und unter dem Konzerndach auch das Hollywoodstudio Paramount und die Spartensender Nickelodeon und Comedy Central (South Park) beherbergt, hat ein sehr starkes Auswertungspotenzial, da neben dem Fernsehausstrahler noch Musiksender wie VIVA und MTV dazugehören. Dadurch lässt sich allein im Bereich dieses Senders die Wertschöpfungskette sehr wirtschaftlich nutzen.

Allein durch die TV-Auswertung in den USA kann der Produzent zwischen 20 und 40 Prozent seiner Erlöse erwirtschaften, und damit mehr als durch den Verkauf der gesamten Filmrechte an irgendein anderes Land der Welt. Bei speziellen, für das US-Fernsehen hergestellten Filmen kann allein der beauftragende Sender durchaus auch bis zu 75 Prozent der Produktionskosten übernehmen, wobei das große Risiko dann die weltweite Auswertung ist, denn in der Regel sind die Filme so spezifisch auf den Sender zugeschnitten und produziert, dass ein wirtschaftlich relevanter Verkauf in den Rest der Welt schwierig sein kann.

Der Verkauf auf dem amerikanischen Markt ist, zusammengefasst formuliert, auch heute noch der wichtigste Indikator für den Erfolg eines Films.

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