Auswertung der Nebenrechte
Im Vorfeld der Kinopremiere startet in allen Ländern die Auswertung der bereits erwähnten Nebenrechte an dem Filmprojekt. Dies sind neben dem meist obligatorischen Buch zum Film insbesondere seine Musik und der Verkauf der verschiedenen Merchandisingartikel - zum Beispiel T-Shirts, Mützen, Figuren, Tassen oder Videospiele. Beides sind bei geeigneten Filmprojekte mittlerweile eigene Geschäftsbereiche mit hohem Erlöspotenzial.
Die Sparte Filmsoundtracks ist einer der profitabelsten Bereiche der Musikindustrie. Ange-reichert mit den Songs meist mehrerer Musikstars aus verschiedenen Genres - von Klassik bis Pop, Rock, Jazz oder Rap -, wecken sie das Interesse der unterschiedlichsten Fangemeinden aus der Musikszene an dem jeweiligen Film. Dafür erhalten diese Songs und ihre Interpreten im Gegenzug durch die weltweite Verbreitung und den Promotionsaufwand eines Films einen zusätzlichen Bekanntheitsgrad, der in der Musikindustrie allein nur noch in wenigen Ausnahmefällen von Megastars zu erreichen ist. Aus diesem Grund sind heutzutage auch zunehmend Filmsoundtracks in den Top Ten der Musikhitlisten vertreten.
Zusätzlich hat sich in den letzten dreißig Jahren mit Musiksendern wie MTV eine eigene Kurzfilmgattung der Musikvideos entwickelt, die heute fast schon jeden größeren Kinofilm mit dem eigens verfilmten Titelsong eines Musikstars begleitet und bewirbt. Die Popularität der alljährlich weltweit ausgestrahlten MTV Movie Awards, bei denen die Musikfans ihre Lieblingsfilme und Lieblingsschauspieler wählen kön-nen, erreicht beim jugendlichen Publi-kum bereits zunehmend das Ausmaß einer kleinen Oscarverleihung.
Auch der Bereich des Merchandisings und des Product Placements ist im Verlauf der letzten Jahrzehnte geradezu explodiert und hat sich zu einem eigenen, umsatzstarken Markt mit einer Vielzahl von Firmen und Agenturen entwickelt. Sie stehen in ständigem Kontakt mit den verschiedensten Produktherstellern, an die sie einzelne Lizenzrechte eines Films - an seinen Figuren, Spielzeugen oder Computerspielen - verkaufen, um daraus 138mit ihnen immer neue Produktlinien und Vermarktungskampagnen zu entwickeln. Interessant ist auch die Vorlaufzeit bei manchen Merchandising-Artikeln. Vereinbart ein Filmproduzent beispielsweise mit dem Hersteller der Überraschungseier, von denen europaweit jährlich einige hundert Millionen verkauft werden, dass in die Eier als Beispiel seine Hauptdarsteller - die „Aristocats“ - kommen, so muss dies bereits zwei Jahre vor dem Herauskommen des Kinofilms fixiert werden, da die Produktion der „Ei-Einlagen“ so lange dauert!
Heute können mit der normalen Werbung kaum mehr Marktanteile gewonnen werden, und die „werbungsmüden“ Kunden können mit der Werbefee, einem Programm, das bei Werbung umschaltet, diese ausblenden.
Der Trend im Merchandising/Product Placement geht deshalb in die Richtung, dass der zu bewerbende Artikel gleich in das Drehbuch fest mit hineingeschrieben wird und so ein fester, homogener Bestandteil des Films ist. Dadurch wirkt diese indirekte Werbung nicht mehr aufgesetzt, sondern die Benutzung des Produkts als logische Konsequenz der Handlung. Ein Teil eines Drehbuchs könnte also folgende Szene enthalten: Bei der Sekretärin, von der man besonders diskrete Informationen braucht, kann nur Ferrero Rocher die Zunge lösen. Dieser Artikel ist aber aufgrund des Lieferboykotts eines anderen Landes vergriffen und es wird eine kurze „Jagd“ auf die goldenen Kugeln gezeigt, die unbedingt benötigt werden, um an die sensiblen Informationen zu kommen!
Der Produzent erhält für jedes dieser Produkte eine vertraglich vereinbarte Lizenzgebühr oder eine Gratiswerbung, die mehr Zuschauer ins Kino lockt, oder aber eine entsprechende Beteiligung am Umsatz, deren Höhe sich nach der Popularität des Filmprojekts wie der Art des Produktes richtet. Hier sind die Möglichkeiten von geschäftlichen Synergien und Crosspromotion noch längst nicht ausgeschöpft. Vielleicht überrascht uns demnächst eine neue romantische Kinokomödie mit ihrer eigenen Parfümkollektion.
Die Sparte Filmsoundtracks ist einer der profitabelsten Bereiche der Musikindustrie. Ange-reichert mit den Songs meist mehrerer Musikstars aus verschiedenen Genres - von Klassik bis Pop, Rock, Jazz oder Rap -, wecken sie das Interesse der unterschiedlichsten Fangemeinden aus der Musikszene an dem jeweiligen Film. Dafür erhalten diese Songs und ihre Interpreten im Gegenzug durch die weltweite Verbreitung und den Promotionsaufwand eines Films einen zusätzlichen Bekanntheitsgrad, der in der Musikindustrie allein nur noch in wenigen Ausnahmefällen von Megastars zu erreichen ist. Aus diesem Grund sind heutzutage auch zunehmend Filmsoundtracks in den Top Ten der Musikhitlisten vertreten.
Zusätzlich hat sich in den letzten dreißig Jahren mit Musiksendern wie MTV eine eigene Kurzfilmgattung der Musikvideos entwickelt, die heute fast schon jeden größeren Kinofilm mit dem eigens verfilmten Titelsong eines Musikstars begleitet und bewirbt. Die Popularität der alljährlich weltweit ausgestrahlten MTV Movie Awards, bei denen die Musikfans ihre Lieblingsfilme und Lieblingsschauspieler wählen kön-nen, erreicht beim jugendlichen Publi-kum bereits zunehmend das Ausmaß einer kleinen Oscarverleihung.
Auch der Bereich des Merchandisings und des Product Placements ist im Verlauf der letzten Jahrzehnte geradezu explodiert und hat sich zu einem eigenen, umsatzstarken Markt mit einer Vielzahl von Firmen und Agenturen entwickelt. Sie stehen in ständigem Kontakt mit den verschiedensten Produktherstellern, an die sie einzelne Lizenzrechte eines Films - an seinen Figuren, Spielzeugen oder Computerspielen - verkaufen, um daraus 138mit ihnen immer neue Produktlinien und Vermarktungskampagnen zu entwickeln. Interessant ist auch die Vorlaufzeit bei manchen Merchandising-Artikeln. Vereinbart ein Filmproduzent beispielsweise mit dem Hersteller der Überraschungseier, von denen europaweit jährlich einige hundert Millionen verkauft werden, dass in die Eier als Beispiel seine Hauptdarsteller - die „Aristocats“ - kommen, so muss dies bereits zwei Jahre vor dem Herauskommen des Kinofilms fixiert werden, da die Produktion der „Ei-Einlagen“ so lange dauert!
Heute können mit der normalen Werbung kaum mehr Marktanteile gewonnen werden, und die „werbungsmüden“ Kunden können mit der Werbefee, einem Programm, das bei Werbung umschaltet, diese ausblenden.
Der Trend im Merchandising/Product Placement geht deshalb in die Richtung, dass der zu bewerbende Artikel gleich in das Drehbuch fest mit hineingeschrieben wird und so ein fester, homogener Bestandteil des Films ist. Dadurch wirkt diese indirekte Werbung nicht mehr aufgesetzt, sondern die Benutzung des Produkts als logische Konsequenz der Handlung. Ein Teil eines Drehbuchs könnte also folgende Szene enthalten: Bei der Sekretärin, von der man besonders diskrete Informationen braucht, kann nur Ferrero Rocher die Zunge lösen. Dieser Artikel ist aber aufgrund des Lieferboykotts eines anderen Landes vergriffen und es wird eine kurze „Jagd“ auf die goldenen Kugeln gezeigt, die unbedingt benötigt werden, um an die sensiblen Informationen zu kommen!
Der Produzent erhält für jedes dieser Produkte eine vertraglich vereinbarte Lizenzgebühr oder eine Gratiswerbung, die mehr Zuschauer ins Kino lockt, oder aber eine entsprechende Beteiligung am Umsatz, deren Höhe sich nach der Popularität des Filmprojekts wie der Art des Produktes richtet. Hier sind die Möglichkeiten von geschäftlichen Synergien und Crosspromotion noch längst nicht ausgeschöpft. Vielleicht überrascht uns demnächst eine neue romantische Kinokomödie mit ihrer eigenen Parfümkollektion.


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